Gerhard Haderer Schule des Ungehorsams

Haderer hat es immer verstanden, komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge humorvoll zu komprimieren und diese so einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Oft wurde und wird dadurch ein Bewusstsein für diese aktuellen Themen geschaffen und eine öffentliche Debatte ausgelöst.

„Widerstand, der nur Lärm produziert, ist zu wenig. Lärm zu Musik zu machen erfordert Kultur, das erfordert eine Schule. Und die Schule des Ungehorsams, meine ich, soll genau das leisten. Wenn man schon seine Unzufriedenheit ausdrücken will, dann sollte man dafür eine entsprechende Sprache finden, um sich so zu formulieren, dass andere Menschen das auch verstehen und mitdenken können." Gerhard Haderer

 

Die Schule des Ungehorsams ist keine Schule im herkömmlichen Sinne:
Es gibt keinen Lehrplan, keine Leistungsgruppen, keine Sitzordnung und keinen Schuldirektor. Sehr wohl aber gibt es eine Schulordnung und einen Schulwart, der ist nämlich unverzichtbar, um den Apparat in Gang zu setzen und am Laufen zu halten.

Warum nennt sich das Ganze dennoch Schule und wie genau spielt hier der Ungehorsam hinein?
Die Schule des Ungehorsams versteht sich als eine Denkschule, die für alle Menschen offen steht und motivieren möchte Ungehorsam zur Abwechslung auch einmal positiv zu denken. Die Straßenschuhe dürfen dabei sogar anbehalten werden.

Blinder Gehorsam hat weltgeschichtlich allerlei Unfug herbeigeführt. Die Schule des Ungehorsams hat zum Ziel, den Spieß umzudrehen und Gesellschaft durch konstruktiven Ungehorsam mitzugestalten. Interessierte Menschen aus allen Gesellschaftsschichten sind dazu eingeladen, einen lockeren, interessierten und humorvollen Austausch im Rahmen von Vorträgen, Ausstellungen, Lesungen und Workshops bis hin zu Publikationen und Aktionen im öffentlichen Raum zu üben.

 

Die Schule des Ungehorsams will Gleichgesinnte vernetzen, ihre Gedanken, Ideen und Impulse zusammenbringen und Möglichkeiten schaffen, diese Projekte in einer lustvollen Art und Weise dort umzusetzen, wo sie notwendig und sinnvoll sind. Mitunter wird das mit freundlicher Unterstützung durch kreative Köpfe aus dem In- und Ausland erfolgen.

Die Schule des Ungehorsams ist ein Ermutigungsprojekt, eigene, mündige Gedanken zu gesellschaftspolitisch relevanten Themen und vorherrschenden Meinungen zuzulassen und eine Einladung, ärgerliche Sachverhalte kreativ anzugehen, anstatt vor ihnen zu kapitulieren. Idealerweise soll dadurch in weiterer Folge auch die öffentliche Diskussion angeregt werden.

Dieser kreative Nährboden kann nicht in den Schranken eines isolierten Frontalvortrags gedeihen und soll daher über gemeinsame Interessen, gemeinschaftliche Aktivitäten und viel Spaß auch abseits des zugrunde liegenden Themas entwickelt werden.

Die Schule des Ungehorsams ist eine Plattform, die Ungehorsam nicht lehrt, sondern kultiviert.

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